| Die Bibel
in der Welt
Es gibt etwa 6800 Sprachen auf der Welt. Über 2000 dieser Sprachgemeinschaften
haben mindestens einen Teil der Bibel in ihrer Sprache (ganze Bibel: ca.
370 Sprachen; Neues Testament: ca. 960 Sprachen; einzelne Teile: ca. 900
Sprachen). Bei ca. 1500 weiteren Sprachen gibt es bereits Übersetzungsprojekte.
(Statistik: Wycliffe
Bible Translators)
Mit über 3500 Sprachen ist die Bibel das meistübersetzte
Buch der Welt.
Dabei ist die Bibel kein einfaches Buch. Sie besteht aus zwei Hauptteilen
(Altes Testament und Neues Testament) mit insgesamt 66 einzelnen »Büchern«.
Das Buch im Buch – Die Struktur
der Bibel
Die Bibel ist ein Sammelband von vielen einzelnen Schriften. Die Texte
dieser Sammlung stammen von über 50 Autoren und wurden über einen
Zeitraum von weit über tausend Jahren verfaßt.
Zwei »Testamente«
Diese einzelnen Schriften werden in zwei Gruppen, die sogenannten »Testamente«,
eingeteilt. Ein »Testament« ist in diesem Sinne kein Nachlaß
eines Toten, sondern ein Bund, bzw. eine Vereinbarung der Beziehung zwischen
Gott und Menschen.
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Das »Alte Testament« enthält Schriften, die schon vor
der Zeit Jesu eine besondere Bedeutung für die Israeliten hatten.
Diese Schriften waren die Grundlage für den jüdischen Glauben
zur Zeit Jesu, und auch heute werden sie von gläubigen Juden so gesehen.
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Die Schriften des »Neuen Testamentes« enthalten die Berichte
über das Leben Jesu und die Entstehung der ersten christlichen Gemeinden
sowie einige weitere frühchristliche Texte.
In beiden »Testamenten« gibt es eine Mischung aus verschiedenen
literarischen Formen – geschichtliche Texte, Lehrtexte, Anweisungen und
Ratschläge für Glaubende, poetische Texte, Gesellschaftskritik,
prophetische Texte usw.
In allen heutigen Bibelausgaben werden diese Schriften in »Kapitel«
(größere Abschnitte) und »Verse« (kleinere Abschnitte)
eingeteilt. Die Kapitelzahlen werden meist als Überschriften abgedruckt,
die Verszahlen als kleine Zahlen im laufenden Text. In vielen Bibelausgaben
werden Themenangaben als Überschriften hinzugefügt. Im ursprünglichen
Text sind sie nicht enthalten – sie wurden von den Übersetzer/innen
oder Verlagen als Lesehilfe eingefügt.
In knapper Form folgt nun eine Zusammenfassung der Inhalte der
»Bücher« der Bibel.
Altes Testament
Die fünf Bücher Mose
In manchen Bibeln werden diese Bücher numeriert (1.Mose bis 5.Mose),
in anderen erhalten sie ihre lateinischen Namen: Genesis, Exodus, Levitikus,
Numeri, Deuteronomium.
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Genesis (1.Mose) enthält die biblischen Schöpfungstexte sowie
Berichte über das Leben einiger bekannter Figuren aus der Frühzeit
der Hebräer. Die Texte über Personen wie Noah, Abraham, Jakob
und Josef sind an vielen Stellen sehr anschaulich und fast abenteuerlich.
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Exodus (2.Mose) schildert die Berufung von Mose, die Befreiung der Hebräer
aus der Unterdrückung in Ägypten, die Wanderung des Volkes der
Hebräer durch die Wüste. Es enthält auch Anweisungen Gottes
an das Volk – einschließlich der »zehn Gebote«, die in
Kapitel 20 zu finden sind.
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Levitikus (3.Mose) enthält Anweisungen für das Volk Israel, die
vorwiegend die damalige Gottesdienstgestaltung betreffen.
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Numeri (4.Mose) erzählt Begebenheiten aus der Wüstenwanderung
der Hebräer von Ägypten zu ihrem zukünftigen Staatsgebiet
und enthält weitere gesetzliche Vorschriften.
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In Deuteronomium (5.Mose) werden einige der Vorschriften aus den vorangegangenen
Büchern wiederholt und erweitert, einige weitere Begebenheiten aus
der Zeit in der Wüste berichtet und einige Reden geschildert, die
Mose vor seinem Tod an das Volk richtete. Am Ende des Buches werden der
Tod Mose und die Ernennung von Josua zum neuen Führer des Volkes geschildert.
Die Geschichtsbücher
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Das Buch Josua berichtet von der Eroberung des Landes Kanaan. Es enthält
Schilderungen militärischer Auseinandersetzungen, aber es betont vor
allem die einzigartige Qualität des Glaubens der Hebräer und
die Notwendigkeit, diesen Glauben von fremden Einflüssen freizuhalten.
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Das Buch der Richter schildert die frühe Geschichte der jüdischen
Siedler im neuen Land. Die Stammesgruppen im Volk mußten sich immer
wieder gegen Angriffe von außen zur Wehr setzen. Es wird betont,
daß diese Abwehr nur dann erfolgreich war, wenn das Volk sich an
die Gebote Gottes hielt.
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Das Buch Rut (Ruth) erzählt die Geschichte einer Frau, die nicht
aus dem jüdischen Volk stammte, die aber treu zu ihrer jüdischen
Schwiegermutter und dem Volk Israel hielt und dafür belohnt wurde.
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Das erste und zweite Buch Samuel berichten über die Entstehung
politischer Strukturen. Zuerst werden der Werdegang und das Wirken des
Propheten Samuel geschildert, dann die Regierungszeiten der Könige
Saul und David. Dabei werden nicht nur militärische und politische
Entwicklungen aufgezeigt, sondern auch persönliche Höhen und
Tiefen. Am Ende des zweiten Buches wird das Gerangel um die Thronfolge
nach der Regierungszeit Davids beschrieben.
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Die zwei Bücher der Könige berichten über einen Zeitraum
von einigen Hundert Jahren nach der Zeit Davids. In dieser Zeit gab es
eine Reihe von Königen, und das Land wurde in die Staaten Juda und
Israel geteilt. Das wechselnde Geschick dieser Staaten wird als Folge des
Gehorsams oder Ungehorsams gegen Gott gedeutet. Der Bericht schließt
mit der Eroberung durch das babylonische und der Gefangenschaft des Volkes
etwa 600 Jahre vor Christus.
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Die Bücher 1. und 2.Chronik behandeln den gleichen Zeitraum
wie 2.Samuel und 1. und 2.Könige. Das erste Buch konzentriert sich
vor allem auf König David, das zweite Buch vorwiegend auf die Geschichte
des Staates Juda. Der Staat Israel nach der Teilung kommt nur am Rande
vor.
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Esra und Nehemia waren führende Juden, die eine große
Rolle am Ende der babylonischen Gefangenschaft und beim Neuaufbau der zerstörten
Stadt Jerusalem spielten.
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Das Buch Ester gibt einen Einblick in die prekäre Situation
der Juden unter der Kolonialherrschaft Babylons. Ester war ein jüdisches
Mädchen, das den persischen König gezwungenermaßen heiratete.
Als Gattin des Königs war sie später in der Lage, eine Verschwörung
gegen das jüdische Volk unter großem persönlichen Risiko
zu vereiteln.
Die Lehr- und Gedichtsbücher
Diese fünf Bücher sind in dichterischer Form geschrieben.
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Im Buch Hiob (Ijob/Job) geht es darum wie jemand, der fest an Gott
glaubt, mit persönlichem Leid zurechtkommt. Ijob ist ein reicher Mann,
der seinen Reichtum und fast alle nahen Angehörige durch »Schicksalsschläge«
verliert. Es wird diskutiert, ob diese Verluste eine Strafe für seine
Schuld sind, oder ob Gott ihn durch Leid erziehen will. Am Ende stellt
sich heraus, daß diese »einfachen« Erklärungen zu
kurz greifen. Anstatt nach einer Erklärung zu suchen, lernt Ijob,
auch im Leid Vertrauen auf Gott zu haben.
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Die Psalmen sind Gedichte und Liedtexte zu verschiedenen Anlässen.
Manche sind Loblieder, mit denen markante Ereignisse aus der Geschichte
des Volkes bei öffentlichen Feiern besungen wurden. Andere sind eher
persönlich und behandeln Themen wie Freude, Leid, Verfolgung und die
persönliche Beziehung mit Gott.
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Das Buch der Sprichwörter (Sprüche) ist eine Sammlung von
Weisheiten für das alltägliche Leben. Die zentrale Aussage des
Buches ist, daß echte Weisheit sich nicht auf Einsichten über
den Alltag beschränkt – vielmehr beginnt echte Weisheit erst dort,
wo wir Gott erkennen und ihn ehren.
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Der Prediger (»Kohelet«) war ein angesehener, weiser Mann,
der hier seine Lebensweisheit weitergibt. Der bekannteste Teil ist wahrscheinlich
der Absatz in Kapitel 3 (»Alles hat seine Zeit …«). Die Hauptaussage
des Buches ist, daß alles im Leben sinnlos ist – bis auf eines: Gott
zu ehren und ihm zu gehorchen.
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Das Hohelied ist eine Sammlung von Gedichten über die Liebe
zwischen Mann und Frau. Manche Bibelkenner deuten das Buch als Gleichnis
für eine enge Beziehung mit Gott. Wahrscheinlich wurde es ursprünglich
als Gedichtszyklus zu einer Hochzeit geschrieben.
Die Prophetenbücher
Die restlichen Bücher im Alten Testament werden als die sogenannten
Prophetenbücher bezeichnet. Dabei geht es nur zum Teil um das, was
wir im allgemeinen Sprachgebrauch als »prophetisch« ansehen
– Voraussagen über die Zukunft. Der Hauptinhalt ist in der Regel eine
Botschaft von Gott an die Menschen zur Zeit des Propheten. Diese Botschaft
ist oft mit Kritik an den sozialen und religiösen Bedingungen im Volk
verbunden.
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Die ersten Kapitel im Buch Jesaja behandeln die politische Situation
–Ungerechtigkeiten im Leben der Nationen, die Sinnlosigkeit militärischer
Bündnisse mit unzuverlässigen Partnerländern und die turbulente
Zukunft der Staaten Judah und Israel. Hintergrund dieser Überlegungen
ist durchweg die Heiligkeit Gottes und die Hilfe, die nur von ihm kommen
kann. In den späteren Kapiteln geht es prinzipiell um Gottes Größe
und seine Hilfe für die Menschen; der Bezug zu einzelnen Begebenheiten
der Zeitgeschichte tritt gegen Ende des Buches eher in den Hintergrund.
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Bemerkenswert ist, daß viele Textstellen im Buch Jesaja wunderbar
auf das Leben Jesu und dessen Deutung im Neuen Testament passen. Zu den
Texten über einen zukünftigen besondern Diener Gottes gehören
Kapitel 7 Vers 14, Kap. 9 Verse 5-6 und viele Texte ab Kapitel 40, besonders
in den Kapiteln 52 und 53.
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Das Buch Jeremia enthält über weite Teile Warnungen, daß
die Mißachtung von Gottes Geboten zu einer Katastrophe führen
würde. (Einige Jahre später wurde das Land tatsächlich erobert
und viele Menschen als Gefangene nach Babylon entführt). Aber auch
Jeremia gibt Ausblick auf eine Zeit, in der die Menschen eine direktere
Beziehung zu Gott haben und ihm konsequent nachfolgen (Kapitel 31).
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Die Klagelieder sind Lieder, die nach der Zerstörung Jerusalems
bei der Eroberung durch Babylon verfaßt wurden. Möglicherweise
stammen sie vom Propheten Jeremia, der diese Eroberung vorausgesagt hatte.
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Der Prophet Ezechiel (Hesekiel) warnt im ersten Teil des Buches vor
den Folgen für Jerusalem, wenn die Bewohner die Gebote Gottes mißachten.
Im zweiten Teil (Kapitel 25-32) weitet er diese Warnung auch auf andere
Nationen aus. Im letzten Teil (ab Kapitel 33) spricht er von einer herrlichen
Zukunft für das Volk Israel. Viele Beobachter gehen davon aus, daß
die hier geschilderten Ereignisse noch nicht eintrafen, aber in den kommenden
Jahren zur Erfüllung gelangen.
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Daniel war ein Jude, der in der Gefangenschaft in Babylon zu einem
angesehenen Berater am königlichen Hof wurde. Das Buch berichtet über
seine Tätigkeit am Hof und über seine Visionen, Traumdeutungen
und Voraussagen über die Zukunft.
Die »kleinen Prophetenbücher«
Hosea ging im Auftrag Gottes eine Ehe mit einer Hure ein. Die Schwankungen
in dieser Ehebeziehung dienten als Bild für die Treulosigkeit des
Volkes Israel gegen Gott.
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Joel wirkte in der Zeit einer katastrophalen Mißernte (Heuschreckenplage).
Wenn diese Katastrophe zur Trauer und einer neuen Hinwendung zu Gott führt
– so seine Botschaft – dann wird Gott bewirken, daß es dem Volk wieder
gut geht. Die bekannteste Textstelle ist Kapitel 3, wo es um die »Ausgießung«
von Gottes Geist geht. Im Neuen Testament wurde diese Textstelle als Deutung
der Ereignisse in Apostelgeschichte Kapitel 2 zitiert.
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Amos war von Beruf Hirte. Seine Botschaft ist eine Kritik an die
wohlhabende Schicht der Gesellschaft, die die ärmeren Teile der Bevölkerung
unterdrückte. Er wies auf den Widerspruch hin, wenn Menschen im Gottesdienst
wunderbar fromm auftreten, aber im Alltag ungerecht leben.
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Obadja ist das kürzeste Buch im Alten Testament. Es richtet
sich gegen das Land Edom, das Israel im Krieg erobert hatte. Die Aussage
des Buches ist, daß Edom wegen der Schadenfreude über den Niedergang
Israels selbst eine Niederlage erleben wird, und daß Gott sein Volk
Israel doch noch segnen wird.
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Jona war ein Prophet, der vor seiner Aufgabe kneifen wollte. Er wollte
nicht zur heidnischen Stadt Nineveh und floh mit einem Schiff in die entgegengetzte
Richtung. Auf abenteuerlichem Weg holte ihn Gott zurück (die berühmte
Geschichte mit dem »großen Fisch«). Als Jona dann doch
nach Nineveh kam, bewirkte seine Botschaft eine Änderung der Menschen
und Gott freute sich – Jona aber nicht. Es wäre ihm lieber gewesen,
ein Erdbeben hätte die Stadt ordentlich plattgemacht.
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Der Prophet Micha kritisierte Korruption und Habsucht in den führenden
politischen und geistlichen Kreisen Israels und sagte eine militärische
Katastrophe voraus. Er stellte aber auch eine bessere Zukunft in den Zeiten
nach der Katastrophe in Aussicht. Einige seiner Aussagen nehmen Ereignisse
vorweg, die erst 700 Jahre später in der Zeit Jesu geschahen (z.B.
die Geburt einer besonderen Persönlichkeit in Bethlehem, nachzulesen
in Kapitel 5).
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Die Botschaft von Nahum richtete sich an die gleiche Stadt wie bei
Jona, aber etwa hundert Jahre später. In der Zwischenzeit hatte Nineveh
sich zum Schreck aller Länder entwickelt – militärisch stark
und von großer Grausamkeit. Nahum sagte den Untergang der Stadt voraus,
die 40 Jahre später tatsächlich eintrat.
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Habakuk verstand die Welt nicht mehr. Er sah so viel Ungerechtigkeit
der Menschen – wo blieb die gerechte Strafe? Und dann kündete ihm
Gott auch noch an, diese Ungerechtigkeit durch ein noch schlimmeres Volk,
das Volk der Chaldäer, zu bestrafen. In einer solchen Zeit der Ungerechtigkeit
fand er nur eine Lösung für Menschen, die gerecht leben wollten:
trotz der Umstände den eigenen Glauben bewahren.
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Das Buch Zefanja beginnt mit der Ankündigung von Unheil über
Juda und die anderen Völker wegen ihrer Ungerechtigkeit. Hoffnung
besteht nur, wenn sie sich ehrlich und demütig an Gott wenden.
Das Buch schließt mit einem Ausblick auf eine Zeit, in der die Menschen
ohne Heuchelei und Unrecht leben und Gott das Volk Israel wieder in ihr
Land bringt.
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Die Propheten Haggai und Sacharja traten etwa zur gleichen Zeit auf.
Das Volk war aus der Gefangenschaft in Babylon in sein eigenes Land heimgekehrt,
und diese zwei Propheten ermahnten die Einwohner von Jerusalem, den Neubau
des Tempels wirklich zu Ende zu führen. Dabei sprach Haggai vor allem
die führenden Personen der Stadt in ihrer Verantwortung an. Sacharjas
Botschaft bestand in der Hauptsache aus Visionen über die Zukunft.
Teilweise erfüllten sich diese Visionen in der politischen Entwicklung
der Folgejahre, während andere Punkte sich anscheinend auf Jesus bezogen.
Einige Einzelheiten liegen möglicherweise heute noch in der Zukunft.
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Das Buch Maleachi beginnt mit der Aussage, wie sehr Gott das Volk
liebte und wie sehr er von der Heuchelei und Unmoral im Volk enttäuscht
war. Als Folge dieser Untreue wurde Unheil angekündigt, aber für
diejenigen, die Gott ehren, wurde Freude vorausgesagt. Auch hier finden
sich einige Aussagen, die im Neuen Testament aufgegriffen werden.
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Neues Testament
Die Jesus-Biographien (»Evangelien«)
Die ersten vier Bücher im Neuen Testament sind Berichte über
das Leben Jesu, seine öffentlichen Auftritte, seine Worte, seine Hinrichtung
und seine Auferstehung. Manche Texte kommen fast wortgleich in verschiedenen
Berichten vor, aber die vier Berichte haben andere Schwerpunkte und Perspektiven.
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Das Evangelium nach Matthäus berücksichtigt den jüdischen
Hintergrund und geht auf einige Punkte ein, die für damalige Juden
wichtig waren (Abstammungstafel am Anfang, Hinweise auf das Alte Testament
usw.). Das Buch erzählt viele Begebenheiten, gibt aber auch einige
längere Vorträge von Jesus wieder.
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Das Evangelium nach Markus wurde eher für Nicht-Juden geschrieben
und beschreibt vor allem Jesus in Aktion – was er tat, wie er auf Menschen
einging usw.
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Das Evangelium nach Lukas wurde für kritische Menschen geschrieben
– der Autor legt großen Wert auf die genauen Nachforschungen, die
er im Vorfeld anstellte. Dieses Buch enthält ebenfalls eine Mischung
aus den Taten und Worten Jesu.
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Das Evangelum nach Johannes war vor allem an die Belesenen und Gebildeten
gerichtet. Es ging dem Autor um die Frage, warum: Warum war Jesus in die
Welt gekommen? Warum tat er Wunder? Warum ist Jesus wichtig für die
Menschen?
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Die Apostelgeschichte ist die Fortführung der vier biographischen
Schriften. Nachdem Jesus von ihnen gegangen war, fühlten sich seine
Nachfolger auf sich gestellt und verlassen, aber dann bekamen sie neue
innere Kraft und konnten sehr dynamisch über Jesus reden und für
ihn aktiv werden. Das Buch beschreibt, wie diese dynamische neue Bewegung
sich in vielen Ländern ausbreitete und wie eine Reihe von »Gemeinden«
gegründet wurden.
Die »Briefe«
Die nächsten 21 Bücher im Neuen Testament sind Briefe an
christliche Gruppen oder an einzelne Christen. Einige Briefe sind an christliche
Gemeinden in bestimmten Städten oder Landstrichen gerichtet, und diese
Orte existieren z.T. heute noch, wie Rom und Thessalonich (das heutige
Saloniki), oder die Ruinen der ehemaligen Stadt können heute besichtigt
werden, wie Korinth, Ephesus und Philippi. Etwa die Hälfte der
Briefe stammen von Paulus, andere stammen von anderen namentlich genannten
Autoren. Bei einigen Briefen kann die Autorenschaft nicht eindeutig festgestellt
werden. Einige dieser Briefe sind an Gemeinden adressiert, deren Entstehung
in der Apostelgeschichte geschildert wird. In diesen Fällen kann es
interessant sein, die Geschichte der Entstehung der Gemeinde mit dem Inhalt
des Briefes zu vergleichen.
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Der Römerbrief enthält eine Abhandlung von Paulus über
die Rolle des Gesetzes im Leben eines Christen. Sein Fazit war, daß
der Glaube nicht vorwiegend in der Erfüllung von Gesetzesvorschriften
besteht, sondern von Gottes Vergebung (»Gnade«) abhängt.
Dieser Brief hatte großen Einfluß auf Martin Luther und die
Reformation in Europa.
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Die zwei Korintherbriefe richteten sich an die Gemeinde in einer
Hafen- und Weltstadt mit lockeren moralischen Sitten. Die Briefe behandeln
die Spannungen zwischen den christlichen und »weltlichen« Maßstäben
(Rechthaberei, Sexualmoral, Kritiksucht, Umgang mit anderen Religionen
usw.) und auch die Frage eines konstruktiven christlichen Lebens (Umgang
mit übernatürlichen Gaben, Verhalten im Gottesdienst, Wichtigkeit
der Liebe usw.).
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Der Galaterbrief nimmt Stellung zu einem Konflikt, der damals in
einigen Gemeinden auftrat – die Rolle des rituellen jüdischen Gesetzes.
Einige Christen mit jüdischer Tradition verlangten, daß auch
nicht-jüdische Christen die rituellen Vorschriften strikt einhalten
müßten. Dem hielt nun Paulus entgegen, daß wahres Christentum
aus dem Glauben lebt, nicht aus dem Gesetz, und daß der neue Lebensstil
eines Christen von Gottes Geist und Gottes Liebe bewirkt und motiviert
wird.
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Der Epheserbrief erzählt von der Kraft, die der einzelne Christ
und die christliche Gemeinde durch den Glauben an Jesus haben. Deshalb
sollen sie im Alltag und in der Familie entsprechend leben.
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Als Paulus den Philipperbrief schrieb, befand er sich im Gefängnis.
Aber diesen Umstand erwähnte er nur beiläufig. Sein Anliegen
war, die Philipper zu einer positiven Haltung als Christen aufzurufen:
standhaft, ohne Überheblichkeit und bereit, sich bei Meinungsverschiedenheiten
miteinander zu versöhnen.
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Im Kolosserbrief war es Paulus Anliegen, die persönliche Beziehung
der Christen zu Jesus zu festigen – als Schutz vor Menschen, die behaupteten,
Christen müßten bestimmte Vorschriften einhalten und kosmische
Mächte verehren. Dem setzte Paulus entgegen, daß der Glaube
an Jesus schon alles enthält, was wir brauchen.
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Die Thessalonicherbriefe bestehen aus Rückschau, aktuellen Fragen
und einem Ausblick. Die Rückschau bezieht sich auf die Anfänge
der Gemeinde in Thessalonich und die Freude, die in dieser Anfangszeit
vorherrschte. Die aktuellen Fragen betreffen die Gestaltung des christlichen
Lebens im Alltag. Der Ausblick richtet sich auf die Zeit, wenn Gott die
Geschichte dieser Erde zu einem Ende bringen wird.
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Timotheus und Titus waren leitende Personen in damaligen Gemeinden.
Die Briefe an diese zwei Personen behandeln Fragen der Leiterschaft – wie
man die eigene Rolle ausfüllen kann, wie man auf bestimmte Situationen
in der Gruppe reagieren kann – besonders auf Menschen, die die Botschaft
von Jesus verfälscht darstellen.
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Der Brief an Philemon ist ein persönlicher Brief an einen reichen
Mann, dem ein Sklave entlaufen ist. Dabei geht es nicht um gesellschaftspolitische
Fragen sondern darum, daß auch ein Sklave ein »Bruder«
im Glauben sein kann.
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Der Hebräerbrief richtet sich an Christen, die aus jüdischer
Tradition stammen und zeigt auf, wie einige zentrale Begriffe der christlichen
Botschaft mit bestimmten Inhalten des »Alten Testamentes« zusammenhängen.
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Der Brief des Jakobus behandelt vor allem die Frage, welchen Einfluß
der christliche Glaube auf das alltägliche Leben hat. In der bekanntesten
Passage legt der Verfasser dar, daß der Glaube nichts nützt,
wenn er keine Konsequenzen im Lebensstil hat.
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Die Briefe des Petrus betonen den großen Wert des persönlichen
und gemeinsamen Glaubens und behandeln praktische Fragen des Lebens in
einer Welt, in der Probleme wie Christenverfolgung oder Verfälschung
der Botschaft von Jesus auftraten.
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Der erste Brief des Johannes behandelt zum einen die Frage der richtigen
Inhalte der christlichen Botschaft, wobei ein richtiges Verständnis
der Person Jesu als Kernpunkt dargestellt wird. Zum anderen behandelt der
Brief zentrale Aspekte des Lebens als Christ – die Vergebung, die der Christ
von Gott erfährt und die Liebe der Christen untereinander.
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Der zweite und dritte Johannesbrief sind Briefe an Gemeinden bzw.
leitende Personen und behandeln aktuelle Anlässe wie den Umgang mit
Verfälschungen der Botschaft, Schwierigkeiten mit einzelnen Menschen
und anderen Problemen.
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Der Brief des Judas behandelt ebenfalls das Problem, daß einige
Menschen die Botschaft von Jesus verfälscht darstellen und weist darauf
hin, daß solche Menschen oft auch einen Lebensstil haben, der nicht
mit der christlichen Botschaft zu vereinen ist.
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Das Buch der Offenbarung entstand zu einer Zeit, in der die Christen immer
mehr Probleme mit den römischen Behörden bekamen. Das Buch beginnt
mit Botschaften für einzelne Gemeinden der damaligen Zeit. Dann folgt
eine Reihe von Visionen über den Untergang der Welt, wie wir sie kennen
und das neue Reich, das Gott errichten wird. In diesem neuen Reich werden
Christen ihre Beziehung zu Gott in besonderer Intensität erleben,
ohne die Schwierigkeiten, die in der jetzigen Welt auftreten.
Es gibt viele Versuche einer praktischen Interpretation der einzelnen
Visionen. Es bleiben jedoch viele Fragen ungeklärt. Ob und wie die
Schilderungen des Buches mit tatsächlichen Ereignissen der (vergangenen
und kommenden) Weltgeschichte zusammenhängen, muß hier offengelassen
werden.
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